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Maga

Adult Digimon

  • "Maga" started this thread

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1

Tuesday, July 3rd 2012, 2:47am

"Kein Weg zurück..."

Hallo Freunde. Hab hier wieder was am Start. Meine ersten Gehversuche im Pairing/Romantik-Genre^^.
Ein Takumi ist es geworden, auch wenn die Story komplett aus Takuyas Sicht spielt, so dass es die meiste Zeit um seine Gefühle und Gedanken geht...ich hoffe das ist euch nicht zu einseitig und ihr findet trotzdem gefallen daran. Romantik kommt natürlich auch nicht zu kurz. Viel Spaß und vergesst bitte nicht zu kommentieren :).

Hier erstmal die ersten beiden Kapitel sowie die Charakterbeschreibungen...die dritte und vierte Episode reiche ich auch noch bald ein xD.


"Kein Weg zurück..."
Vier Jahre später: Ein Takumi




Juni 2006:

Es sind vier Jahre vergangen seitdem Takuya, Kouji, Kouichi, Izumi, Junpei und Tomoki mit Hilfe der Spirits der 10 legendären Digi-Krieger die Digiwelt und ihre Welt vor Lucemon gerettet haben. Die einzige Verbindung zu der Digiwelt bleibt für sie alle die Erinnerung daran. Vor allem Takuya tut sich jedoch damit schwer, vermisst er doch die Zeit und die erlebten Abenteuer dort enorm.

Als er sich an einem schönen Samstag-Nachmittag schließlich mit Izumi verabredet, sieht er sich plötzlich mit neuen wie alten Gefühlen konfrontiert und auch das Mädchen wird sich der einen oder anderen Wahrheit stellen müssen...





Die Charaktere:

Izumi Orimoto

Alter: 15
Haarfarbe: Blond
Augenfarbe: Grün
Spirit: Wind
1. Charaktertheme: "Kaze" by Hiroshi Kamiya: http://www.youtube.com/watch?v=YRM2mUucwCo
2. Charaktertheme: "Falling" by Cryoshell: http://www.youtube.com/watch?v=eD4s1tJjoSk




Takuya Kanbara

Alter: 14
Haarfarbe: Braun
Augenfarbe: Braun
Spirit: Feuer
1. Charaktertheme: "Salamander" by Junko Takeuchi: http://www.youtube.com/watch?v=jggFpd163E0
2. Charaktertheme: "This Fire Burns" by Killswitch Engage: http://www.youtube.com/watch?v=Sxme7_2RoWM

Takuya ist immer noch begeisterter Fußballspieler und vom Charakter her ein ganz schöner Draufgänger geblieben, was ihn aber des öfteren durchaus mal in Schwierigkeiten bringen kann. Auch wenn er sich gut mit seiner Familie versteht und allgemein reifer und klüger geworden ist, neigt er weiterhin zur Eigensinnigkeit und zum Hitzkopf, auch wenn ihm diese Schwäche durchaus bewusst ist.
Er vermisst die Digiwelt und die dort erlebten Abenteuer und Gefahren wahnsinnig und wünscht sich nichts sehnlicher, als noch einmal dorthin zurückkehren zu können. Er ist zumindest froh darüber, dass er mit Kouji, Kouichi, Junpei, Tomoki und Izumi, immer noch gut befreundet ist und sie regelmäßig sieht. Vor allem Izumi, für die der Teenager immer stärkere Gefühle zu entwickeln scheint...Ihre Anwesenheit ist eines der wenigen Dinge, die den sonst so mutigen Takuya stark verunsichern können. Dennoch ist er immer glücklich, wenn sie sich sehen können...







Kapitel 1: Verlangen

Anm.: Okay, ich habe beschlossen es dieses Mal anders rum zu machen: Dieses Mal gibt es den Kapitelsong gleich zu Anfang^^: "Broken Soul" von Fozzy
http://www.youtube.com/watch?v=Q5XL8bLGUV4



Plötzlich spürte er die Flammen…sie verbrannten ihn jedoch nicht, sondern gaben ihn im Gegensatz Mut und Stärke. So wie sie seinen Körper umschlossen, hatte er das Gefühl, von ihnen beschützt zu werden und gleichzeitig eine unglaubliche Kraft in seinen Händen zu halten.
Eigentlich hätte ihn dies erschrecken müssen, genauso wie die Tatsache, dass er in einem völlig fremden Körper steckte, der zwar anatomisch dem eines Menschen entsprach, ansonsten aber zu einer völlig anderen Spezies gehörte. Aber er verspürte keine Angst in jenem Moment.
Es war als ob sich in ihm zwei Seelen aufhielten…er war zwar immer noch ein zehnjähriger Junge, der soeben eine ihm komplett fremde Welt betreten hatte, doch da gab es noch diesen anderen…
Er war mutig und fokussiert…er half Takuya dabei in dieser Situation einen kühlen Kopf zu bewahren, trotz der Feuerwand die ihn umgab und trotz des aggressiven, gefährlichen Digimons welches ihn und Tomoki bis eben bedrohte.
Takuya hatte soeben den geheimnisvollen Spirit mit diesem seltsamen kleinen Apparat absorbiert und mit dessen Hilfe eine merkwürdige Verwandlung vollbracht. Die gesamte Situation, die Ankunft in dieser sogenannten Digiwelt, die Bedrohung durch Cerberumon, diesem furchterregendem Hund mit den drei Köpfen, es erschien ihm alles nun weit weniger fremd oder bedrohlich.
Es war als ob er nun genau wusste was er zu tun hatte. Er wusste was seine Bestimmung war. Und er wusste…er würde nicht zögern zu kämpfen um diese anderen zwei Digimon Bokomon und Neemon, sowie die Menschen, die mit ihm diese neuartige Welt betreten hatten, Tomoki, Junpei und Izumi zu beschützen. Er würde nicht zurückweichen, er würde nicht aufgeben, denn er war Agunimon, das Feuer…


Takuya riss die Augen auf und wunderte sich zunächst darüber, wo er eigentlich war, bis ihm auffiel, dass er zu seiner Schlafzimmerdecke hochstarrte. Er spürte Schweißperlen auf seiner Stirn und sein Herz pochte immer noch heftig gegen seine Brust. Als er langsam aber sicher wieder zur Besinnung kam, realisierte er schließlich, dass es nur ein Traum gewesen ist und er sich sicher und behütet in seinem Zuhause in der realen Welt befand.
Ein Traum…natürlich, was sonst? Die einzigen Momente in denen sich der 14-jährige der Digiwelt am nächsten befand, waren jene in denen er von ihr träumte.
In letzter Zeit häuften sich diese Träume. Mal handelten sie von fiktiven, teils absurden Situationen, die zufällig mit Digimon oder der Digiwelt zu tun hatten, mal von realen Ereignissen, die sich wirklich zugetragen hatten, wie etwa den Tag seiner Ankunft am Bahnhof der Flammen und dem wunderbaren Moment, als er zum ersten Mal ein Digimon wurde und als solches gekämpft hatte. Die flüchtige Erinnerung daran ließ den Jungen grinsen.
Sein erhöhtes Adrenalin hatte nichts mit Angst zu tun, die wohl die meisten Menschen angesichts einer solchen Situation, wie der Begegnung mit gefährlichen Monstern in einer fremden Welt empfinden würden. Es war mehr die Freude, jenen Tagen, als er mit seinen Freunden durch die Digiwelt streifte und solchen Gefahren die Stirn bot, nahe gewesen zu sein. Wenn auch nur im Traum.
Takuya fehlten diese Augenblicke. Er vermisste diese Situationen…er konnte es sich kaum rational erklären, aber all die gefährlichen Abenteuer, die wilden Kämpfe, die Momente in denen er sich in Lebensgefahr befunden hatte…er vermisste sie. Sie hatten einen anderen Menschen aus ihm gemacht und seinen Horizont vollkommen verändert. Aber diese Erfahrungen lagen bereits so dermaßen weit weg…es war eher so als hätte es sie nie gegeben.
Takuyas anfängliche Aufregung und die Glückseligkeit, die er beim Träumen empfunden hatte, verflog recht schnell. Das Grinsen verschwand aus dem Gesicht des Brünetten. Während er in seinem Bett lag und nach oben starrte, wurde ihm bewusst, dass die Träume das einzige Überbleibsel dieser unglaublichen Erfahrung von damals bleiben würden. Es fiel Takuya immer noch wahnsinnig schwer die Tatsache zu akzeptieren, dass es kein Zurück in die Digiwelt gab und dass seine Erlebnisse etwas völlig einzigartiges bleiben würden…in dem Sinne, dass er wohl nie wieder etwas nur annähernd Ähnliches erleben würde.
Vier Jahre, schoss es dem 14-Jährigen durch den Kopf… Vier Jahre und doch eine gefühlt halbe Ewigkeit seit jenem Tag, an dem er diese merkwürdige SMS bekommen hatte…
Der Junge hatte keine große Lust mehr liegen zu bleiben und Trübsal zu blasen.
Er beschloss stattdessen aufzustehen und sich auf ins Bad zu machen.
Während er schlurfend durch sein Zimmer schlich, fiel sein Blick auf den Wecker: 07:00. Für einen Samstag ziemlich früh, stellte der Junge mürrisch fest.
So weit er es hören konnte, herrschte im Rest der Wohnung noch völlige Stille. Seine Eltern und Shinja schliefen den Schlaf der Gerechten und würden frühestens in einer Stunde aus den Federn kommen.
Takuya war dies nur recht…er hatte keine große Lust in seiner derzeitigen Stimmung jemanden zu begegnen und sich Fragen stellen zu lassen, was mit ihm los sei. Deshalb entschied er, sich so leise wie möglich zum Badezimmer aufzumachen, in der Hoffnung niemanden zu wecken.
Er schlurfte, mit einem weißen T-Shirts und schwarzen Boxershorts bekleidet, zum nahegelegenem Bad. Als er dort ankam und zunächst seine Notdurft verrichtete, wusch er sich die Hände und spritzte sich anschließend etwas kaltes Wasser in sein Gesicht, wodurch er sich gleich etwas wacher und munterer fühlte.
Er betrachtete sich anschließend im Spiegel über dem Waschbecken.
Er dachte daran, was sich seit jenen Tagen in der Digiwelt alles verändert hatte…sein Aussehen auf alle Fälle. Kein Wunder. In zwei Monaten würde Takuya fünfzehn Jahre alt werden und er blickte somit eindeutig in das Gesicht eines Teenagers als er in sein Spiegelbild sah.
Seine Gesichtszüge waren etwas kantiger geworden, seine Schultern um einiges breiter, was aber auch mit dem regelmäßigen Sport den der junge Mann betrieb zu tun haben könnte. Seit fünf Jahren spielte er Fußball in einer Mannschaft und war auch recht stolz darauf. Der Sport bedeutete ihm viel…es war eines der wenigsten Dinge dieser Tage, wo er sich wirklich lebendig fühlte.
Der 14-jährige betrachtete weiter sein Gesicht im Spiegel. Er konnte noch keinen Bartflaum ausmachen, war aber ganz froh darüber, hatte er schließlich keine großartige Lust sich jetzt schon regelmäßig rasieren zu müssen. Er sah weiter in den Spiegel. Seine Haare waren ein wenig kürzer als früher und standen auch nicht mehr vom Nacken ab. Dem Jungen war klar, dass es eine ziemlich selbstverliebte Feststellung sein musste, aber er war eigentlich ganz zufrieden mit seinem Aussehen. Er versuchte zumindest einen gepflegten Eindruck zu machen, ganz besonders wenn er sich mit seinen Freunden traf und ganz besonders, wenn Izumi dabei war.
Takuyas Kopf senkte sich leicht und ein Lächeln bildete sich wieder auf seinen Gesichtszügen, während er das weiße Waschbecken betrachtete.
Izumi…sie war auch ein Grund dafür, dass er, abgesehen von seinen Träumen, dieser Tage ab und an Herzklopfen bekam. Sie kannten sich seit vier Jahren, doch erst seit einem oder zwei, hatte Takuya begonnen sie mit anderen Augen zu sehen. Bereits damals in der Digiwelt, als sie sich zum ersten Mal getroffen hatten, war sie ein hübsches Mädchen gewesen, doch ihre Schönheit wurde im Verlauf der Jahre, so seine Sicht zumindest, immer mehr und jetzt wo sie 15 Jahre alt und damit praktisch eine junge Frau war, konnte Takuya kaum anders als seinen Blick von ihr abzulassen, jedes Mal wenn sie sich trafen.
Der junge Mann schaute wieder in den Spiegel und sah in seine braunen Augen. Ob sie wohl heute spontan Lust hätte, etwas mit ihm zu unternehmen? Er dachte daran, dass in drei Stunden das Fußballtraining beginnen würde, doch er könnte sich ja trotzdem danach mit ihr treffen. Wenn sich die zwei sahen, war es in der Regel so, dass auch die anderen Jungs meistens mit dabei waren, dabei hätte sich Takuya sehr gewünscht, mal alleine etwas Zeit mit dem Mädchen zu verbringen.
Aber ob sie das auch wollte?
Egal, dachte sich Takuya, er hielt es für feige es nicht zumindest auszuprobieren und nahm sich fest vor in zwei Stunden bei ihr anzurufen und sie zu fragen. Er fühlte sich bei dem Gedanken nun deutlich wacher und munterer. Dies könnte wirklich noch ein sehr schöner Tag werden…



Kapitel 2: Ein Schritt zurück

Anm.: Und hier habt ihr natürlich wie gehabt das Kapitel-Theme xD:
"Too Little, Too Late" von Hoobastank.
http://www.jukebo.com/hoobastank/music-c…ate,qus3lm.html


„Ehrlich Takuya, wie lange bist du schon in der Mannschaft?“
Der 14-jährige saß alleine auf der Bank in der Umkleidekabine und auch wenn er wusste, dass es respektlos war, traute er sich nicht seinem Fußballtrainer der vor ihm stand in die Augen zu blicken. Er stieß einen leisen Seufzer aus und beantwortete im leisen Tonfall die Frage: „Fünf Jahre“.
Als er darauf etwas erwiderte, blieb die Stimme von Herrn Hayashi zwar ruhig, doch mit einer Spur Schärfe behaftet. „Fünf Jahre, ganz genau und während all der Zeit, sollte man doch davon ausgehen, du hättest mittlerweile verinnerlicht, was Teamgeist bedeutet.“
Takuya kniff bei dieser Aussage kurz die Augen zusammen. Seine Hände verkrampften sich, doch wagte er es immer noch nicht seinen Fußballtrainer anzusehen.
„Ich habe in letzter Zeit, um ehrlich zu sein, schon eine ganze Weile bei dir das Gefühl, du würdest den anderen nicht vertrauen wollen, würdest immer nur das machen was du für richtig hältst, beziehst aber keinen anderen in die Entscheidung mit ein.“, fuhr er fort.
Der junge Mann interessierte sich immer noch für den Fußboden unter sich, da sprach wieder Hayashi mit ungehaltener Stimme: „Würdest du mich bitte ansehen, wenn ich mit dir rede?“.
Takuya tat wie gewünscht und blickte zu seinem Trainer hoch. Dessen Gesichtszüge trugen zu seiner Überraschung aber keinen Zorn oder Strenge in sich, sondern zeugten stattdessen von Enttäuschung und Traurigkeit, was der 14-jährige viel schlimmer fand, als wenn er angeschrien worden wäre. Der Mann vor ihm hatte es einfach drauf, seinem Gegenüber ein schlechtes Gewissen einimpfen zu können.
„Du hattest heute so viele Möglichkeiten den Ball abzugeben, aber stattdessen hast du praktisch entschieden, die gesamte Offensive im Alleingang zu übernehmen…und was hat es deinem Team gebracht?“
Takuya kannte die Antwort. Sie hatten heute bei einem Trainingsspiel haushoch verloren, was auch damit zu tun hatte, dass Takuya es trotz des Protestes seiner Mitspieler und seines Trainers immer weiter versuchen wollte, den Ball alleine ins Tor zu bekommen. Aufgrund dessen ist er nach dem Spiel schließlich in einem heftigen Streit mit Hiro, einem Neuling aus der Mannschaft geraten, der in seinem Team mitgespielt hatte. Ein Konflikt, in dem sich auch bald der Rest des Gruppe einmischte, der sich immer weiter hochschaukelte und schließlich fast ausgeartet wäre, hätte Herr Hayashi nicht rechtzeitig zwischen den beiden Jungs geschlichtet und sie in die Umkleide geschickt.
Auch wenn er versuchte die Tatsache zu ignorieren, aber Takuya wusste, dass ihm seine heutigen Aktionen vom Rest der Jungs sehr übel genommen wurden, auch wenn keiner von ihnen es offen aussprach. Stattdessen beachtete sie ihn kaum und trafen damit aber einen wunden Punkt bei ihm, denn mehr als Streit oder Beschimpfungen, hasste es der 14-Jährige mit solch eisiger Gleichgültigkeit behandelt zu werden.
Auf alle Fälle war die Stimmung nach dem heutigen Training zwischen ihm und den anderen Spielern sehr frostig gewesen und zu allem Übel hatte ihn sein Trainer nach dem Umziehen auch noch zur Seite genommen um mit ihm nun unter vier Augen zu reden. Während sich also der Rest der Mannschaft bereits auf den Heimweg befand, hatte sich Takuya von Herrn Hayashi einiges anhören müssen und er schien immer noch nicht fertig zu sein.
„Du bist einer der erfahrensten Spieler im Team, Takuya und ich bin mehr als stolz über die Entwicklung und die Leistungen die du in den letzten Jahren gezeigt hast. Weißt du, ich erinnere mich noch genau, als du hier angefangen hast.“ Der Fußballtrainer verschränkte die Arme während er weitersprach.
„Und um ganz offen mit dir zu sein, deine Auffassung von Teamgeist damals war wirklich nicht die beste.“
Er machte eine kurze Pause, wohl mit der Absicht die Worte auf Takuya einwirken zu lassen. Schließlich fuhr er fort: „Du hattest es schwer dich in die Gruppe einzubringen, das erkenne ich an, aber deine Einzelkämpfer-Denke hat es auch nicht leichter gemacht. Doch dann, ganz plötzlich, hast du dich von einem Tag auf den anderen völlig verändert. Du bist ein hervorragender Team-Spieler geworden, hattest ein Ohr für den Rest der Mannschaft, deren Sorgen, Nöten und Ideen und hast dich immer darum bemüht sie zu motivieren. Es war wirklich fast schon so, als wärst du ein völlig anderer Mensch geworden, was mich bei einem zehnjährigen um ehrlich zu sein, schon etwas gewundert hat. Gerade weil diese Entwicklung so plötzlich kam.“ Takuya musste bei dieser Feststellung unwillkürlich grinsen, wusste er doch genau was gemeint war.
„Aber jetzt? Ich verstehe ehrlich gesagt nicht woran es liegt. Es stimmt schon…nur weniger deiner Freunde spielen noch in der Mannschaft und wir haben sehr viele neue Leute dazubekommen. Sie müssen sich alle hier zurechtfinden und das ist ein schwieriger und langwieriger Prozess. Aber um Himmels Willen, dass bedeutet nicht, dass du sie minderwertig behandeln darfst! Gerade du solltest doch wissen, wie man sich als Neuling fühlt.“
Das Grinsen des Teenagers verschwand recht schnell wieder. Er beschloss sein Schweigen zu brechen und ergriff das Wort: „Ich versuche doch nur die beste Leistung für unser Team zu erbringen. Viele dieser Jungs haben so gut wie keine Erfahrung. Ich meine, haben sie nicht gesehen wie Sato heute gespielt hat? Die sollten alle erst mal dazu lernen und froh sein, dass einer für sie die Kohlen aus dem Feuer holt…die wären doch sonst aufgeschmissen!“
Auch Takuyas Stimme war schärfer geworden und er sah seinen Trainer mit leicht gerunzelter Stirn an. Sofort fragte er sich dann aber, ob er nicht zu weit gegangen war und nun Ärger bekommen würde, doch Herr Hayashi schüttelte nur den Kopf. Seine Miene war immer noch traurig.
„Ach Junge, das glaubst du doch selbst nicht was du da erzählst. Du bist doch zu intelligent für solche Aussagen.“ Takuya spürte Bitterkeit in sich hochsteigen und senkte wieder den Blick.
„Ich weiß deine Leidenschaft und deinen Einsatz zu schätzen, aber trotzdem darfst du nie vergessen, dass das wichtigste in diesem Sport der Teamgeist untereinander ist. Für Einzelkämpfer gibt es hier keinen Platz und nimm es mir nicht übel, aber für Egoismus, Zorn und Hochmut auch nicht.“
Das „Hochmut“, betonte Herr Hayashi dabei extra.
Es folgte eine kurze Pause, bei der beide schwiegen. Es vergingen einige Sekunden der Stille, ehe sich der Fußball-Trainer schließlich wortlos zur Tür begab. Bevor er aber die Umkleide verließ, drehte sich aber nochmal zu Takuya um.
„Du solltest diese Lektion so schnell wie möglich wieder erlernen.“, sprach er und ging schließlich nach draußen. Der junge Mann blieb auf der Bank sitzen und schluckte ein Paar Mal, rührte sich aber ansonsten nicht.
Er wusste nicht was ihm in jenen Moment mehr schmerzte: Die Tatsache, dass sein Trainer dachte, er hätte sich nach all der Zeit zurückentwickelt, oder der Gedanke, dass diese Befürchtung tatsächlich der Wahrheit entsprechen könnte...
Hellraisin´ :evil:

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Maga

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2

Tuesday, July 10th 2012, 10:17pm

Auf Anfrage poste ich schon mal das dritte und vierte Kapitel. Damit wäre die Story auch abgeschlossen und vielleicht könnt ihr damit mehr anfangen, weil es dann auch mehr Handlung gibt und zusammenhängender wirkt.

Freu mich über Kommis^^.


Kapitel 3: Unter der Sonne
Anm.:Trara!...hier habt ihr euren Song der heutigen Episode xD:
"Closing Time" von Semisonic
http://www.youtube.com/watch?v=da9p24bJCJ0



Es war ein angenehmer Juni-Tag. Nicht zu warm, nicht zu kalt, stattdessen sehr angenehm, mit einer leichten erfrischenden Brise, welche ab und zu durchwehte. Bis auf einige wenige Wolken, war der Himmel strahlend blau, was Takuyas Stimmung, angesichts der Misserfolge des bisherigen Tags, gleich um einiges anheben konnte.
Der 14-jährige stand an einem Laternenpfahl angelehnt und ließ den Blick am Bürgersteig vor ihm entlangwandern. Er beobachtete die Menschen bei ihrem geschäftigen Treiben, wie einige von ihnen in großer Eile, mit Einkaufstaschen an den Armen baumelnd und Handys am Ohr an Läden vorbeigingen, wie einige Gruppen alberner Teenager sich gegenseitig irgendwelches urkomisches Zeug auf ihren Handys zeigten und dabei laut auflachten.
Wie immer, herrschte sehr geschäftiges Treiben im beliebten Einkaufs- und Amüsierviertel Shibuya. Es waren zig Menschen auf den Straßen unterwegs, manche von ihnen bestanden aus kleinen Familien, andere waren noch im Grundschulalter und tauschten beim Gehen begeistert Sammelkarten mit ihren Freunden, bei anderen wiederum handelte es sich um verliebte Pärchen die Hand in Hand oder Arm in Arm an den zahlreichen Kaufhäusern und Einzelgeschäften vorbeischlenderten.
Als Takuya zwei besonders verliebten Turteltäubchen hinterher sah, musste er schlucken. Er spürte wieder das vertraute Herzklopfen, welches aus einer Mischung aus Vorfreude und Nervosität resultierte. Er schaute auf den Betonboden unter sich und zwang sich zur Ruhe.
Es gab für ihn doch sicher keinen Grund aufgeregt zu sein, oder? Schließlich kannte er Izumi schon lange und die beiden sahen sich auch regelmäßig. Was sollte an dieser Situation also schon besonderes sein? Nun, außer dass es dafür eine ziemliche Seltenheit war, wenn sich die beiden tatsächliche mal alleine trafen. Aber selbst wenn, Takuya konnte sich doch von so etwas nicht aus der Fassung bringen lassen? Er hatte in der Vergangenheit gegen die fiesesten und gefährlichsten Gegner gekämpft, die man sich vorstellen kann, war unzählige Male in Lebensgefahr geraten und hatte sich trotzdem immer wieder aus der Bredouille herausgekämpft. War das Treffen mit einem Mädchen im Vergleich dazu wirklich etwas so schwieriges?
Der 14-jährige ließ für einen Augenblick die lauten Stimmen der Passanten um ihn herum, die Geräusche des Straßenverkehrs, sowie sämtliche andere Klänge des belebten Großstadt-Zirkus in welchem er sich befand verstummen und wanderte mit seinen Gedanken einmal mehr in Richtung Digiwelt.
Er dachte daran was sich wohl mittlerweile alles verändert haben mag? Die Zeit in der Digiwelt verlief um einiges schneller als in der realen Welt. Wenn er und die anderen in all den Monaten die sie dort verbracht haben, nur ein paar Minuten in der realen Welt abwesend waren, wie viel Zeit mochte wohl in den letzten 4 Jahren vergangen sein? Takuya wollte es sich kaum vorstellen.
Allein der Gedanke daran machte ihn schwindelig. Er hoffte nur, dass sich in der Zwischenzeit dort nichts schlimmeres ereignet haben mag, dass die heiligen drei Digi-Engel es schafften die Harmonie aufrechtzuerhalten und es den Digimon in ihrer Heimat gut erging. Als sie die Digiwelt damals verließen, waren sich Takuya und seine Freunde sicher gewesen, dass diese so etwas wie ihr zweites Zuhause bleiben würde, denn schließlich waren sie selbst zur Hälfte Digimon geworden und hatten eine tiefe Verbundenheit zu dieser so fremden aber auch gleichzeitig so vertrauten Welt verspürt. Aber das war alles nun so lange her.
Gerade im Vergleich zu dem was er damals alles erlebt hatte, kamen Takuya die vier Jahre die er nun wieder zu Hause in der realen Welt verbracht hatte, viel länger als tatsächlich vor. War es die Harmonie und Beständigkeit die seinen Alltag bestimmte? Oder war es schlicht die Tatsache, dass ihn diese Welt in der er nun lebte, die reale Welt, kein bisschen mehr beeindrucken konnte, gerade im Vergleich zu der Digiwelt?
Takuya spürte die Sonnenstrahlen auf seinem Gesicht, während ihm die zunehmende Nachmittagshitze leichte Schweißperlen auf die Stirn zauberte. Er dachte über das nach, was er damals zurückgelassen hatte: Seine Spirits, seine Digimon-Freunde, allen voran Bokomon und Neemon…Himmel, ob sie nach all der Zeit überhaupt noch lebten? Wie alt können Digimon eigentlich werden? Der 14-jährige hatte es nie herausgefunden.
Er fragte sich, selbst wenn sich sein Wunsch erfüllen und er die Gelegenheit bekommen würde, noch einmal in ein Trailmon zu steigen und sich in die Digiwelt zu begeben, ob er diese überhaupt wieder erkennen würde?
Wäre all das, was ihm damals lieb und teuer war, was ihn ans Herz gewachsen war, wäre es überhaupt noch dort? Vielleicht war es auch völlig sinnlos über diese Dinge nachzudenken, wie sich der Brünette eingestehen musste. Vielleicht sollte er aufhören in der Vergangenheit zu leben und damit beginnen, sich bewusst zu machen, was er von seinen Abenteuern damals alles mitgenommen hat?
Während die Passanten an ihm vorbeigingen und er ein fernes Hupen vernahm, steckte Takuya die Hände in den Hosentaschen und sah zu dem strahlend blauen Himmel hinauf. Er führte dabei seinen Gedanken zu Ende:
Doch, natürlich hatte er etwas aus der damaligen Zeit mitgenommen. Er war sich sicher stärker, klüger und mutiger geworden zu sein. Er wusste, er war ein anderer geworden und ließ sich von wenigen Dingen erschrecken oder besonders stressen. Es fiel ihm leichter einen kühlen Kopf zu bewahren. Nebenbei bemühte er sich wirklich seiner Familie keinen Kummer zu bereiten und sich gerade mit seinem kleinen Bruder gut zu verstehen und für ihn da zu sein. Erst in der Digiwelt hat Takuya erstmalig erfahren, was es wirklich bedeutet Verantwortung für andere zu übernehmen und er wollte diese Erfahrung nutzen um ein viel besserer, großer Bruder zu sein, als er es früher je gewesen war.
Doch am allermeisten bedeutete dem Teenager die Freundschaft, die er mit Kouji, Koichi, Tomoki, Junpei und Izumi geschlossen hatte. Die vier waren während der gemeinsamen Zeit in der Digiwelt für ihn wie eine Familie gewesen und daran hatte sich seit ihrer Rückkehr in die reale Welt wenig geändert. Natürlich war bei ihnen allen der Alltag wieder eingekehrt und letzten Endes hatte jeder sein Leben zu leben, doch ihr Zusammenhalt war immer ungebrochen.
Die sechs trafen sich regelmäßig, ob bei einen von ihnen zu Hause, in der Stadt, im Kino oder im Park. Sie waren, so jedenfalls Takuyas Empfinden, ein Herz und eine Seele und er war sich ziemlich sicher, dass nichts ihre Freundschaft zerstören könnte. Auch wenn sie sich vorher wildfremd waren und sich ihre Eltern aus diesem Grund oft wunderten, woher sich die ehemaligen Digi-Krieger kannten und woher dieses starke Freundschaftsband herkam, so stand es außer Frage, dass eine solche Erfahrung, wie eine mehrmonatige gemeinsame Reise durch eine fremde Welt, samt heftiger Kämpfe und lebensgefährlicher Situationen, sowie der schlußendlichen Rettung beider Welten, Menschen einfach zusammenschweißen muss.
Takuya konnte nur hoffen, dass dieses Band niemals zerreißen möge. Wie könnte es auch nur? Er und die anderen verband etwas ganz besonderes, was keine anderen Menschen auf der Welt teilen konnten.

Während Takuya seine Augen geschlossen hielt und dem Stadtlärm um sich herum lauschte, vernahm er von der Seite plötzlich ein bekanntes Kichern. Der Junge öffnete die Augen und, von der Sonne leicht geblendet, sah Izumi mit amüsiertem Lächeln neben ihn stehen, die Hand an den Lippen. Takuya war zunächst etwas verwundert, wurde dann aber schließlich rot, als er seine Freundin sah.
Sie sah blendend aus, wie immer. Sie trug ein violettes Top und einen kurzen Rock, sowie Sandalen an den Füßen.
Der Teenager konnte kaum anders als ihren Körper zu bewundern: Sie war eindeutig kein Kind mehr. Seine Augen trafen schließlich ihre grünen, während sie sich weiterhin lächelnd eine Strähne ihres seidig-blonden Haars vom Gesicht strich. Sie ging unwillkürlich auf Takuya zu und umarmte ihn herzhaft. Dessen Herz machte einen leichten Hüpfer, während sein Gesicht noch mehr an Farbe gewann. Der junge Mann fasste sich aber schnell wieder und erwiderte etwas zaghaft die Umarmung und setzte nun seinerseits ein Lächeln auf. Er und Izumi sahen sich wieder in die Augen und Takuya schluckte leicht. Sein Gehirn machte in dem Moment einen Aussetzer. Ihm wollten partout nicht die passenden Worte einfallen. Wieso eigentlich?, dachte er. Es war doch nur Izumi, seine beste Freundin seit 4 Jahren.
Während er versuchte zwischen einer höflichen und einer frech-witzigen Begrüßung zu wählen, übernahm Izumi diesen Part. „Ach herrje, habe ich mich so verspätet, dass du schon eingeschlafen warst? Hast du wenigstens etwas Schönes geträumt?“ Takuya atmete kurz aus und versuchte seine Gedanken zu ordnen. Er sammelte sich schließlich und schenkte seiner Freundin ein Lächeln.
Als er ihr in die Augen sah, dachte er: „Kein Traum könnte schöner sein, als dieser Moment hier.“ Er sagte es natürlich nicht, sondern rieb sich leicht nervös am Hinterkopf und erwiderte: „Nein, ehrlich gesagt habe ich nur versucht mich ein bisschen zu sammeln…war ein komischer Tag bisher.“
Izumis Augenbrauen wanderten leicht nach oben. „Ach so? Naja, dann wollen wir mal hoffen, dass wir ihn noch retten können.“, sagte sie gutgelaunt und fing an Takuya an den Rippen zu kitzeln. Der wurde knallrot und zuckte erschrocken zusammen, ließ sich aber dennoch fallen und lachte darüber.
„Glaub mir, das hier ist jetzt schon viel zu schön um wahr zu sein.“, meinte er kichernd, während er versuchte sich gegen die spielerische Attacke des Mädchens zu wehren. Die hörte augenblicklich auf und sah den 14-jährigen erstaunt an. Dessen Gesichtsfarbe musste allmählich den Farbton eines Hummers angenommen haben, als er leicht stotternd ergänzte:
„Naja…also…ich finde…ich bin froh, dass…dass du gekommen bist. Es ist echt schön dich wieder zu sehen.“ Takuya schluckte kurz während ihn Izumi immer noch mit großen Augen ansah.
Für ein paar Sekunden schien alles zu verstummen, selbst der Lärm von Autos und Menschen in der Umgebung schien kaum vermerkbar zu sein.
Zu der Erleichterung des jungen Mannes setzte Izumi erneut ein breites Lächeln auf. „Das ist süß. Hey, ich bin auch total froh dich wieder zu sehen. Es ist schon wirklich zu lange her. Danke also für die Einladung.“
„Ach was, danke dass du da bist.“, erwiderte der Junge und lächelte nun seinerseits. Die 15-Jährige trat einen Schritt näher auf Takuya zu und sah sich kurz um. Immer mehr Passanten drängten sich auf den Bürgersteig und der Straßenlärm schien ebenso immer mehr zu werden.
Die junge Frau ergriff nach einigen Sekunden wieder das Wort: „Also…hier scheint ja mal wieder viel Action zu sein. Wollen wir uns ins Getümmel stürzen, oder lieber wo anders hingehen.“ Sie zwinkerte ihrem Kumpel zu, woraufhin der erneut kurz schlucken musste, sich aber gleich wieder zusammenriss und mit etwas zu gerecktem Kinn sprach:
„Also, du weißt ja, ich stehe total auf Action, aber ich dachte mir, wir könnten ja wirklich irgendwo hingehen wo es etwas schöner und ruhiger ist…ich wüsste da auch schon was.“, ergänzte der Teenager mit leichtem Augenzwinkern, bevor er weitersprach: „Ist auch gerade ziemlich heiß, wenn du mich fragst…hättest du vielleicht Lust auf ein Eis?“.
Izumi sah aus ihren grünen Augen vergnügt drein. „Also mir ist eigentlich ziemlich egal wohin, aber das klingt wirklich nach einer guten Idee...ich bin zwar ein Sommerkind, aber gegen eine Abkühlung habe ich auch nichts.“
Takuya lächelte zufrieden. „Schön. Dann wollen wir mal…"
"Buono", erwiderte das Mädchen gut gelaunt.



Kapitel 4 (letztes Kapitel): Ein Zeichen

So ihr Lieben...das war es dann...dieses Kapitel ist leider etwas länger als die anderen...ich muss einfach besser lernen die Wörteranzahl gleichmäßiger zu verteilen...trotzdem hoffe ich dass es euch gefällt und ihr die Story im Großen und Ganzen genossen habt ;). Das hier war meine Pairing-Story, ich hoffe ihr seid gnädig und verzeiht mir meine männliche Ungeschicktheit im Beschreiben großer Gefühle :D. Aber ich geb weiterhin mein bestes...Danke jedenfalls, an alle die sich bis zum Schluß durchgekämpft haben xD....und bitte die Kommis nicht vergessen ;).
Hier habt ihr natürlich auch euren Episoden-Theme, wie gehabt: "Broken" von Seether und Amy Lee:
http://www.youtube.com/watch?v=6JA1lbpiCtc (http://www.youtube.com/watch?v=6JA1lbpiCtc)
Und für alle fleißigen die sich bis zum Ende gekämpft haben, gibt es ein zweites Theme...aber erst am Ende ;)



Takuya und Izumi hatten die belebte Hauptstraße verlassen und schlenderten Seite an Seite die Promenade entlang…jeder von ihnen ein Eisbecher in der Hand und sichtlich guter Laune im Gesicht. Die zwei genossen das schöne Wetter, welches im Moment mehr Heiterkeit als Hitze bot, was den beiden nur recht war. So konnten sie sich Abseits des Großstadtchaos im Kern von Shibuya in aller Ruhe unterhalten.
Sie hatten sich einigen zu erzählen, waren es doch bereits einige Wochen her, seit sich die zwei gesehen hatten. Genauer gesagt fand ihr letztes Treffen bei Izumis Feier anlässlich ihres fünfzehnten Geburtstags statt. Es war genauso wie heute ein schöner Tag gewesen, erinnerte sich Takuya zurück. Ihre Familie, ihre Schulfreunde und natürlich er, sowie die anderen ehemaligen Digiritter waren anwesend, während sie einer gemütliche und ruhige Feier im Garten ihres Elternhauses beigewohnt hatten. Der Teenager dachte dabei flüchtig daran, wie erstaunt er gewesen war, wie alt er und der Rest der Gruppe doch geworden war in den letzten Jahren, als sie sich bei ihr versammelt hatten. Zwar gab es einen Teil von ihm, dem es noch immer wurmte, dass das Mädchen vor ihm Geburtstag hatte, aber auf der anderen Seite war er froh, dass sie ihn nicht wie früher ständig damit aufzog.
Er schleckte kurz an seinem Eis und sah dabei leicht verschüchtert auf das Profil der Blondine zu seiner Seite, die in dem Moment ebenfalls ihren Becher genoss. Takuyas Gesicht wanderte sich von nachdenklich wieder zu fröhlich, als er ihre Schönheit betrachtete. Er war wirklich unglaublich froh über diesen Moment, hier mit ihr unterwegs zu sein. Gleichzeitig war er sehr erleichtert darüber, dass sich trotz allem in den letzten Jahren nichts großartig verändert zu haben schien. Jedenfalls dachte es der junge Mann in jenem Augenblick. Zumindest verstanden sie sich immer noch blendend und konnten sich völlig ungezwungen miteinander unterhalten.
Die letzten 20 Minuten hatten sie über alles Mögliche gesprochen…die aktuellsten Entwicklungen bei ihnen in der Schule, wie es ihren Familien ging, ob sie bereits Pläne für den Sommer hatten und was sie jeweils von ihren anderen Freunden, Kouji, Koichi, Junpei und Tomoki gehört hatten. Zufällig hatte sich jedoch das Gespräch nun auf Takuyas katastrophales Fußball-Training vom Vormittag verlagert. Ein Thema, über welches sich der Brünette zwar am liebsten ausgeschwiegen hätte, was er aber aus Höflichkeit gegenüber Izumi dennoch erläuterte.
Das Mädchen sah nun ihrerseits zu Takuya rüber und sprach: „Und was denkst du eigentlich über das was dein Trainer zu dir gesagt hat? Hat er früher auch immer so kritisiert? Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ganz, warum er dich nicht vor den anderen ein wenig in Schutz genommen hat. Klingt für mich, als ob sie sich alle ganz schön auf dich gestürzt hätten.“
Der Jugendliche erwiderte zunächst nichts, sondern starrte beim Gehen auf den gepflasterten Boden zu seinen Füßen, ganz so wie er es auch vorhin in der Umkleidekabine getan hatte.
Er seufzte leicht und antwortete: „Er hat mich nicht in Schutz genommen, weil er wusste, dass ich etwas falsch gemacht hatte.“ Izumi, scheinbar überrascht über diese Antwort, riss ihre Augenbrauen in die Höhe.
Takuya fuhr fort: „Er hatte schon recht. Mittlerweile sehe ich es ja auch ein. Es ist nur…es ist einfach ein blödes Gefühl, wenn du die halbe Welt gegen dich hast. Ich habe einfach das Gefühl, keiner wollte verstehen was ich versucht habe.“ Takuya hielt den Blick nachdenklich gesenkt. Er spürte dann plötzlich Izumis Hand auf seiner Schulter, was ihn überrascht hochschrecken ließ.
Sie lächelte ihn wieder an. „Was das angeht, sich missverstanden zu fühlen…sprichst du mit der richtigen Person. Ich kenne das Gefühl. Aber glaub mir, es ist dann einfach wichtig auf die Menschen zuzugehen und zu versuchen ihren Standpunkt zu verstehen. Ich bin mir sicher, wenn du den anderen zeigst, dass dir die Mannschaft wichtig ist und du dich für die Meinung der anderen interessierst, werden sie dir bestimmt nicht mehr böse sein.“
Takuya erwiderte nun zaghaft ihr Lächeln, äußerst dankbar für ihr Verständnis und ihren Rat. „Hm, du hast wahrscheinlich Recht.“
Izumi setzte daraufhin einen Schmollmund auf und meinte in gespielt- beleidigten Ton: „Ach, du meinst zur Abwechslung mal, oder wie?“.
„Nein, nein! Natürlich nicht…ich…ich weiß diesen Rat wirklich zu schätzen.“, antwortete der Junge rasch. Izumi stieß daraufhin ein Kichern aus.
„Schon klar, beruhige dich wieder.“
Takuya seufzte daraufhin vor Erleichterung. Er musste in jenem Moment flüchtig daran denken, wie er sich früher, teils ziemlich heftig mit Izumi gestritten hatte…aber jetzt lag ihm viel mehr daran in ihrer Anwesenheit nichts falsches zu sagen, weshalb er versuchte jedes seiner Worte umzumünzen. Er lächelte in sich hinein und dachte, wie witzig Veränderung doch manchmal sein.
Während sie weiterhin mit ihren Eisbechern den Bürgersteig entlangschlenderten, ergriff die 15-jährige wieder das Wort: „Na jedenfalls, ich denke du musst einfach versuchen ihnen klar zu machen, dass du es für die Mannschaft getan hast, dass du immer zuerst an sie denkst und dabei einfach etwas übers Ziel hinausgeschossen bist.“
Takuya wurde nach diesen Worten wieder nachdenklich. Er wusste nicht wie er diesen Satz beurteilen sollte. Es stellte sich für ihn einmal mehr die Frage, ob sein Trainer Recht mit dem hatte, was er gemeint hat: Dachte Takuya bei seinen Aktion wirklich zuerst an die Mannschaft? Oder ging es ihm schlicht und einfach darum sein Ego zu befriedigen? Suchte er einfach den Kick? Oder noch schlimmer…hielt er sich tief in seinem Inneren vielleicht sogar für besser als andere? Takuya beschloss lieber das Thema zu wechseln. „Und? Wie läuft es sonst so bei dir? Ich meine zu Hause und in der Schule und alles…“
Izumi, scheinbar überrumpelt über das plötzliche Themawechsel, zögerte zunächst ein wenig, gab aber schließlich eine Antwort: „ Ach, soweit ist eigentlich alles in Ordnung. Mein Vater musste in letzter Zeit viele Spätschichten machen, weshalb ich und meine Mutter ihn unter der Woche kaum sehen. Aber das ist eigentlich okay so. Wir wissen ja wofür er arbeitet und was ihm auch sein Job bedeutet.“
Nun war Izumi diejenige, die etwas nachdenklich aussah. Ihr Blick wanderte kurz zu Boden, ehe sie ihn wieder hob und im Gehen gleich weitererzählte:
„Die Schule läuft so wie immer. Nervige Hausaufgaben, nervige Lehrer, aber ich freue mich trotzdem wenn ich meine Freundinnen da sehen kann. Ab und zu werde ich auch mal zu welchen nach Hause eingeladen, oder wir treffen uns auch mal in der Stadt…hauptsächlich zum Shoppen, natürlich“, fügte das Mädchen mit einem Augenzwinkern hinzu.
Takuya ließ darauf ein Glucksen ertönen. „Jaja, die Frauen halt…“, erwiderte er mit keckem Grinsen. Izumi streckte ihm dafür die Zunge heraus und knuffte ihn leicht an der Seite. Takuyas Herz machte darauf einen leichten Hüpfer, doch er mühte sich erneut Fassung zu bewahren und ließ seine Freundin weiterreden.
„Naja, wenn ich mich mit dir und dem restlichen Männerhaufen treffe, käme ich ja schlecht zum Schnäppchenjagen, also muss ich mich eben anderweitig umsehen.“
Der 14-jährige nickte zustimmend. „Ich schätze, in dem Fall würden wir dir nur den Spaß vermiesen…du könntest ja natürlich Junpei fragen, ich wette er wäre sofort Feuer und Flamme.“
Izumi hielt sich den Mund zu während sie kicherte. „Ich gebe zu, einen persönlichen Gepäckträger zu haben, wäre manchmal echt nicht schlecht…aber ich will den armen Kerl ja auch nicht ausnutzen. Außerdem glaube ich sowieso, dass seine Schwärmerei in den letzten Jahren um einiges weniger geworden ist.“
„Naja, mittlerweile scheint er ganz beliebt in seiner Klasse zu sein…und dort gibt es auch einige sehr hübsche Mädchen.“, gab Takuya zu Wort, woraufhin Izumi ihn mit einer Mischung aus Neugier und Amüsiertheit ansah.
„Aha, sollte das zufällig so etwas wie ein indirektes Kompliment sein?“, fragte sie mit forschender Stimme.
Der Brünette erschrak daraufhin kurz und begann fieberhaft nach den richtigen Worten zu suchen. Doch so sehr er sich mühte…sein Gehirn schien in jenem Augenblick einen kleinen Aussetzer machen zu wollen.
„Also…meinst…meinst du…meinst du das mit dem hübsch sein? Also…das…das bist du doch.“, fügte der Teenager etwas kleinlaut hinzu und hätte sich gleich dafür ohrfeigen können. Wollte er dass sie ihn für einen stotternden Trottel hielt? Oder für einen Schleimer? Was sollten diese abgedroschenen Komplimente?
Als ob sie sich davon beeindrucken lassen würde…sie würde doch nie…
“Das hast du süß gesagt. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, dass du der Typ für Komplimente bist. Gar nicht mal schlecht.“, fiel Izumi in Takuyas Gedankengang hinein. Sie klang nicht sarkastisch oder belustigt, sondern ehrlich und irgendwie auch…vorsichtig als sie das sagte. Trotzdem wendete sie ihre Augen von Takuya ab und schlenderte weiter geradeaus.
Der Brünette folgte ihr und sah nebenbei immer wieder flüchtig zu ihrem Gesicht rüber, doch ansonsten sprachen sie zunächst kein Wort miteinander. Die Augen der 15-jährigen waren stur geradeaus gerichtet und ihr Blick schien sehr nachdenklich zu sein. Erneut fragte sich der junge Mann, ob er nicht eben zu weit gegangen war?
Mittlerweile spazierten Takuya und Izumi an einer wunderschönen, mit Bäumen und Büschen verzierten Allee entlang, die zugleich einiges an Schatten spendete, was angesichts der Mittagssonne wirklich eine Wohltat war. Während die beiden Teenager weiterhin geradeaus gingen, kamen immer wieder Leute an ihnen vorbei. Geschäftsmänner- und Frauen, Kleinfamilien, Kindergruppen und sogar ein bis zwei verliebte Pärchen. Keines der Menschen schien jedoch den jungen Mann und seine Begleiterin besonders wahrzunehmen. Takuya hingegen schielte weiterhin ab und zu nach links zu Izumi, die aber weiterhin nichts sagte, bis an den Punkt an dem sich der 14-jährige immer unwohler fühlte. Er wollte die Stille zwischen ihnen aufbrechen, irgendetwas sagen, von irgendeinem bedeutungslosen Thema anfangen, auf welches man leicht einsteigen könnte, doch erneut war es das Mädchen an seiner Seite, die zuerst das Wort ergriff:
„Ich bin wirklich froh darüber, dass wir nach all der Zeit noch zusammengeblieben sind…äh, also als Freunde…ich habe schon oft genug erleben müssen, wie sich Freundschaften einfach auflösen…es ist wichtig, dass man dann in Kontakt bleibt, wenn du mich fragst…“ Die grünen Augen des Mädchens hatten auf einmal etwas trauriges, ja fast schon Sehnsüchtiges in sich, während sie sprach.
„Irgendwann gewöhnt man sich daran alleine zu sein…aber trotzdem…um nichts auf der Welt würde ich die Freundschaft mit dir, Kouji, Koichi, Junpei oder Tomoki aufgeben wollen, nicht nach allem was war. Ich weiß, dass wir alle unser Leben führen müssen und dass ihr viel beschäftigt seid…deswegen weiß ich es wirklich zu schätzen, wenn ihr euch Zeit für mich nehmt.“
Sie lächelte wieder, was Takuya die Sorge nahm, während er, immer noch erstaunt von ihrer Aussage, nach den richtigen Worten suchte. Während sich die Sonnenstrahlen durch die Wipfel der Bäume am Bürgersteig brachen und diese den Bürgersteig immer wieder in Schatten tauchte, ergriff der Teenager schließlich das Wort. „Ich weiß was du meinst…Auch mir bedeutet die gemeinsame Zeit mit den anderen wirklich eine Menge…und vor allem die Zeit mir dir.“
Die letzten Worte verließen Takuyas Mund, noch ehe er sie aufhalten konnte. Als ihm bewusst wurde, was er da gesagt hatte, wurde er knallrot, aber nicht so rot wie Izumi, die ihn einmal mehr mit großen Augen ansah. Ihre Mundwinkel zuckten leicht, ganz so als ob sie dieses Mal diejenige wäre, die nach den passenden Sätzen suchen würde.
Es vergingen erneut einige Sekunden des Schweigens, ehe sich die Gesichtszüge der Blondinen wieder etwas entspannte und sie Takuya ein Lächeln schenkte. Der wusste nicht, ob dieses aus Unsicherheit, Spott oder Glückseligkeit erfolgte, aber was es auch war, er bereute es seine Gefühle so dermaßen offen ausgesprochen zu haben. Was sie wohl in diesem Moment dachte? fragte sich der 14-jährige.
„Es ist schon komisch, wie sehr wir uns alle verändert haben, oder? Also, ich weiß nicht ob du es schon mal gespürt hast Takuya, aber ich zumindest hätte nie daran geglaubt, dass die Probleme die ich noch vor 5 Jahren hatte, mir auf einmal als so unbedeutend erscheinen würden.“
Der junge Mann wusste nicht was er darauf erwidern sollte. Er suchte nach einer passenden Antwort, aber dann sprach Izumi weiter. „Ich glaube nur, dass es dadurch einem manchmal schwer fällt, dieselben Probleme, die vielleicht andere Menschen mit sich rumschleppen ernst zu nehmen, oder sich überhaupt mit ihnen zu befassen.“
Als er diese Worte vernahm, musste sie Takuya unwillkürlich auf seine eigene Situation übertragen: Ja, durch die Erlebnisse von damals, hatte er zweifellos viel an Mut und Selbstbewusstsein dazugewonnen, aber zu welchem Preis? Seine Erlebnisse beim Fußballtraining heute, hatten es ihm noch einmal gezeigt. Er neigte dazu die Bedürfnisse anderer Leute oft zu übergehen, oder ihre Sorgen und Nöten nicht ernst zu nehmen. Lag es daran, dass er sich vielleicht wirklich für etwas Besseres hielt als die anderen? Hatte die Verwandlung in ein Digimon, samt Errettung der Welt, ihn ohne dass er es gemerkt hat, jegliche Bodenhaftung verlieren lassen?
Während er mit dieser Vorstellung haderte, fuhr Izumi fort: „Ich merke das oft wenn ich mit anderen in meinem Alter zusammen bin, oder auch nur meinen Eltern. Ich habe oft das Gefühl ich wäre…anders, als die anderen. Manchmal denke ich, sie würden mich nicht verstehen.“
Takuya erwiderte nichts darauf. Er konnte ihren Worten ohnehin nur beipflichten, kannte er diese Gefühle doch zu gut. “Ich weiß, es klingt seltsam oder kitschig wenn ich das so sage, aber wenn ich mit dir oder den anderen zusammen bin, dann ist es einfach so wie früher. Dann fühle ich mich so als ob…ich weiß auch nicht…als ob ich irgendwie zu Hause wäre.“, fuhr das Mädchen ihren Gedanken zu Ende und errötete auf der Stelle wieder.
Takuya hatte nicht gemerkt wie beide stehen geblieben waren. Die Menschen spazierten weiter an ihnen vorbei und entfernter Verkehrslärm war im Hintergrund zu vernehmen. Ansonsten schien jegliche Bewegung erloschen zu sein. Der 14-jährige sah das Mädchen nun direkt an, während diese versuchte seinem Blick auszuweichen und nervös ihre Finger ineinander verknotete. Takuya wusste nicht was er in diesem Moment sagen sollte, doch er wusste, wie seiner Freundin zumute sein musste, weshalb er beschloss all seinen Mut zusammen zu nehmen und ihre Hand zu berühren. Sei es nur in der Hoffnung, sie dadurch etwas beruhigen, oder trösten zu könne. Vorher wäre der junge Mann nie auf die Idee gekommen, so unwillkürlich Körperkontakt aufzunehmen, aber irgendetwas sagte ihm, dies sei der richtige Moment.
Zu seiner Erleichterung zog Izumi ihre Hand auch nicht weg, sondern umschloss im Gegenteil die von Takuya. Sie sah ihm erneut in die Augen und er spendierte er ihr ein aufmunterndes Lächeln, welches sie daraufhin zaghaft erwiderte. Beide sagten eine ganze Weile nichts, da ergriff der Brünette das Wort:
„Ich kann dich sehr gut verstehen. Auch mir fehlen die alten Zeiten. Auch ich würde mich gerne wieder richtig heimisch fühlen, so wie damals in der Digiwelt.“ Das Lächeln der 15-jährigen erlosch wieder ein wenig.
„Aber ob das so gut ist? Sollten wir nicht irgendwann damit aufhören ständig in die Vergangenheit zu blicken?“, fragte sie.
Während er sie ansah, wurde auch Takuyas Blick wieder etwas ernster.
„Es wird sowieso nichts mehr so wie früher sein…ich schätze mal, wir werden uns einfach anpassen müssen.“ Der Teenager wusste nicht, ob es das Sättigungsgefühl in seinem Magen aufgrund des verschlungenen Eises war, die nicht mehr so stark brennende Mittagssonne oder die Tatsache, dass er und sein Gegenüber sich scheinbar auf einer Wellenlinie befanden, aber zum ersten Mal am heutigen Tag, konnte er klar denken.
Er sah erneut in Izumis erwartungsvolles Gesicht, während er ihre Hand weiter hielt. Ihre Haut fühlte sich so seidig und glatt an.
„Irgendwann müssen wir einfach loslassen. Aber solange wir uns und die anderen haben, solange wir nicht alleine da durch müssen, sollte es nicht so schwer sein.“ Die türkisgrünen Augen des Mädchens weiteten sich etwas, als sie diese Worte vernahm. Ein leichter Windstoß fuhr über den Bürgersteig entlang, der zugleich ihre blonden Haare ein wenig zersauste.
Sie sah Takuya mit einem eindringlichen Blick an. „Uns? Solange wir uns haben?“. Der Brünette spürte sofort, wie sein Blut in Wallung kam. Er hätte sich abermals ohrfeigen können für seine Formulierung. Er kramte in seinem Hirn sofort nach Worten, mit denen er sich hätte korrigieren können, doch es fiel ihm einfach nichts ein. In ihm herrschte nun eine seltsame Leere und plötzlich vernahm er eine Art Deja-Vu: Er erinnerte sich an damals, als er alleine mit ihr in dieser Bibliothek war und nach dem Schlüssel für die D-Codes der Region gesucht hatte um sie vor den königlichen Rittern beschützen zu können. War das hier gerade nicht eine sehr ähnliche Situation?
Er sah in Izumis erwartungsvoll geweitete Augen, doch fiel ihm nichts ein, was er zu ihr hätte sagen können um die Situation zu retten. Aber wollte er sie überhaupt retten? Wenn er ganz ehrlich zu sich selbst war, hatte er sich nicht schon immer diese Situation gewünscht? Er und sie, beide, alleine, Auge in Auge, mit nichts als ihren Gefühlen? Während er versuchte seine Möglichkeiten abzuwägen, öffnete die 15-jährige ihren Mund, schloss ihn wieder, öffnete ihn dann aber doch.
„Weißt du woran ich gerade denken muss? Damals, als du und Kouji gegen Cherubimon gekämpft habt, habe ich dir doch ein Rendezvous versprochen, falls ihr Erfolg haben solltet. Erinnerst du dich daran?“
Sie sprach diese Worte mit einem fröhlichen Ausdruck auf ihrem Gesicht, während Takuya immer röter wurde und sich seine Gesichtszüge verkrampften. Er erinnerte sich daran, wie er damals in eine Art Trance gefallen war und davon geträumt hatte, wie er mit seinem Kopf auf ihren Schoß sah. Er hatte in ihr Gesicht geschaut und auch wenn er damals noch zu jung war, um es verstehen zu können, er hatte dort etwas Ähnliches verspürt, wie gerade in diesem Moment. Damals war es ein Traum gewesen…aber das hier, das war doch die Wirklichkeit. Sollte sich dieser Traum von damals etwa bewahrheiten? Wäre es möglich? Er schluckte und sah dem Mädchen tief in die Augen.
Ein weiterer sommerlicher Windstoß zog entlang und brachte einmal mehr ihre Haare in Wallung. Kaze…der Wind...Kazemon, Izumis Spirit. Während er darüber nachdachte, stellte Takuya fest, dass er eigentlich wunderbar zu ihr passte…sie war stark, sie liebte die Freiheit und sie war manchmal schwer zu fassen…sie legte Wert auf ihre Unabhängigkeit und ließ sich nicht gerne fallen…Das wusste der Jugendliche…aber würde sie es für ihn tun? Konnte er seinen Gefühlen in dieser Sache trauen?
Er holte tief Luft und ergriff das Wort: „Damals habe ich versucht es mir nicht anmerken zu lassen…aber mir war klar, wir hätten dort drüben jederzeit sterben können…ich hatte Angst, nicht so sehr um mich, sondern darum, dass ich die Menschen die mir etwas bedeuten, nie wieder sehen würde…Meine Mutter, mein Vater, mein Bruder und natürlich euch.“
Takuya sprach gelassen, denn seine Worte waren ehrlich gemeint und hatten ihm sehr lange auf den Herzen gelegen…nur hatte er nie die Gelegenheit gehabt mit jemanden darüber sprechen zu können. „Aber erst jetzt wird mir klar, dass es etwas anderes gab“, fuhr er fort. „Etwas, wovor ich genau so viel Angst hatte, es verlieren zu können…nur wusste ich damals nicht was es genau war…bis heute.“ Izumis Hand verkrampfte sich nun in seiner. Auch sie errötete nun, hielt aber dem Blick ihres Freundes stand.
„Ta…Takuya…ich…ich…“ Der 14-jährige legte unwillkürlich seinen Finger auf ihre Lippen. Er war überrascht über sich selbst und woher der Mut für diese Aktion kam, aber es war so, als ob jegliche Anspannung nun von ihm abgefallen wäre.
Er verspürte keine Nervosität mehr. Er sah in Izumis Augen und auch wenn sie zunächst etwas erschrocken wirkte, so spürte Takuya, dass er nicht zu weit gegangen war.
„Ich weiß nicht ob das hier für dich ein Rendezvous ist…ich weiß es selbst nicht…aber wenn du es schon mal erwähnst, möchte ich nur dass du weißt: Egal was die letzten vier Jahre war, egal was wir alles aus der Digiwelt mitgenommen und wieder verloren haben mögen…dich will ich niemals verlieren müssen.“
Er hatte es gesagt, er hatte den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Ein Teil von Takuya wollte ihn für diese Worte ohrfeigen…er war sich fast sicher, das Mädchen welches ihm gegenüberstand mit seinen Worten verschreckt zu haben…es war vermutlich zu viel, es war zu emotional, zu hochtrabend…doch ein anderer Teil von ihm wusste, sie würde verstehen können was in ihm vorging und ihn nicht dafür verurteilen. Und tatsächlich…Izumi wirkte kein bisschen erschrocken…eher erleichtert. Ihr Lächeln war schwächer geworden, aber in ihrem Gesicht spiegelte sich eine Mischung aus Sehnsucht und Trauer.
Ihre Hand hielt immer noch die von Takuya umschlossen.
„Glaub mir…auch ich habe damals nicht alles verstanden…und doch habe ich vier Jahre auf ein Zeichen gewartet. Ich glaube, jetzt hat das Warten endlich ein Ende.“ Und mit diesen Worten näherte sich ihr Gesicht dem Takuyas. Instinktiv wollte der Brünette zurückweichen, aber er sammelte sich wieder und blieb genau dort stehen wo er war. Trotz des Menschen- und Verkehrslärms um sie herum, trotz der Mittagssonne die auf sie prallte und trotz der Fußgänger die zahlreich an ihnen vorbeiliefen…Für den jungen Mann existierte in diesem Moment nichts als das Mädchen, dessen Gesicht nur Zentimeter von seinem eigenen entfernt war.
Er vernahm ihren Geruch, er spürte ihre schnelle Atmung. Er dachte daran wie ihr Herz vor Aufregung rasen musste, doch ob es mit dem von Takuya mithalten konnte? Er spürte wie seine Hände zu zittern begannen. Während die eine immer die von Izumi umschlossen hielt, lag die andere plötzlich auf ihrer Hüfte. Der 14-jährige wusste, es gab nun kein Zurück. Und dann, scheinbar gleichzeitig, ließen sich die beiden fallen. Ihre Lippen trafen sich und kaum hatten sie sich berührt, vergeudeten die beiden Teenager keine Zeit mehr und vereinten sich zu einem leidenschaftlichen Kuss.
Takuya hatte noch nie vorher jemanden so geküsst, aber in diesem Moment wusste er, es gab in seinem vorigen Leben kaum etwas, was er als schöner empfunden hatte als das. Es war als hätte sich jegliche Vernunft oder Zaghaftigkeit von ihm verabschiedet. Stattdessen fühlte er eine brennende Leidenschaft in sich, etwas nie vorher dagewesenes während er Izumi weiterhin mit völliger Hingabe küsste. Die war kein bisschen weniger leidenschaftlich und ihre Hände krallten sich in den Rücken des 14-jährigen, so dass die Körper der beiden ehemaligen Digiritter in eng umschlungener Umarmung verweilten, während die Welt um sie herum endgültig stehen geblieben war.
Sie küssten sich weiter und hörten erst auf, als die Erschöpfung eintrat, woraufhin sie sich voneinander lösten und Stirn an Stirn sowie heftig nach Luft schnappend gegenseitig in die Augen blickten. Takuya war einmal mehr sprachlos und so schien es wohl auch Izumi zu gehen, was er ihr nicht verdenken konnte. Aber ob es überhaupt der richtige Augenblick für Worte war? Keiner der beiden lächelte, dafür schien die Aufregung der ganzen Situation noch zu frisch zu sein, ebenso wie die Verwirrung der beiden Teenager.
Der Brünette konnte seine Gefühle kaum richtig einordnen…dafür schien sein Verstand vor Fragen beinahe zu platzen. War er zu weit gegangen? Hatte er sie zu sehr gedrängt? Würde sie diesen Moment bereuen? Izumi lächelte immer noch nicht wirklich, doch dafür zuckten ihre Mundwinkel ein wenig, so als würde sie mit sich hadern, ob sie nicht doch ihrem Glück Ausdruck verleihen sollte. Takuya, seine Hände immer noch um ihre Taille umschlossen und seine Stirn immer noch an der ihren gepresst, wagte es kaum sich zu rühren, doch dann sah er zu seiner Erleichterung, wie sie sich doch noch zu einem Lächeln hinreißen ließ. Der 14-jährige konnte nicht anders, als es in jenem Moment zu erwidern.
Ihm wurde in dieser Sekunde auch etwas bewusst…etwas, was ihm die letzten vier Jahre, seit der Rückkehr aus der Digiwelt keine Ruhe mehr gelassen hatte und worauf er nun endlich eine Antwort gefunden zu haben dachte:
Nach allem was er vor vier Jahren zurücklassen musste, seine Spirits, seine Digimon-Freunde und nach all den Zweifeln darüber, welcher Wert für ihn überhaupt die Erlebnisse von damals hätte haben können…nach dem er akzeptieren musste, dass es keinen Sinn gehabt hätte, mangels Beweisen seiner Familie von seinen Erfahrungen zu erzählen, weil sie ihm ohnehin nicht geglaubt hätten…nach einer langen Zeit der Zweifel und der Unsicherheit, der Sehnsucht und der Trauer… hatte er endlich etwas gefunden, was real war, was ihm das Gefühl gab, tatsächlich etwas für sich selbst aus der Digiwelt mitgenommen zu haben, abgesehen natürlich von seinen anderen Freunden die er dort kennengelernt hat, die ihm selbstverständlich auch unglaublich viel bedeuteten…aber das hier…und sei es nur für diesen einen Moment, für diese wenigen Minuten gewesen, war etwas, was er wirklich als Geschenk empfand…etwas was nur möglich war, weil er damals beschlossen hatte, diese eine SMS auf dem Handy seiner Mutter mit einem „Ja“ zu beantworten.
Es war nicht nur der Kuss mit einem wunderschönen Mädchen, welches ihm unglaublich viel bedeutete und welches er nie wieder loslassen wollte, solange es möglich war…es war die Entdeckung, dass das Feuer in ihm nie erlöschen könnte, solange er es hütete. Lange Zeit hatte er sich gefragt, was von diesem Feuer übrig geblieben war, was damals in ihm entfacht wurde, als er zum ersten Mal zu Agunimon digitierte…und nun kannte er endlich die Antwort.
Er sah in Izumis wunderschönem Gesicht und streichelte sanft ihre Wange, während seine Hand wieder die ihre berührte. Ja, sie hatten beide ein Zeichen erhalten…und was immer die Zukunft bringen mochte, es lag alleine in ihrer Hand, was sie aus dem Vermächtnis machten, welches ihnen geschenkt wurde.

Und hier ist eure Nummer 2^^: "Wake" von Brightwood:
http://www.youtube.com/watch?v=Pz5u6i0Q2l0
Hellraisin´ :evil:

MarkusXX

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Tuesday, July 10th 2012, 11:54pm

Ich muss das mal erst neu einordnen, da vorher ausschließlich actionreiche FFs von dir kamen.
Aber als erstes muss ich sagen, dass ich es schön finde, wenn sich jemand in so vielen Sparten wie nur möglich begiebt.

Wie auch in deinen vorherigen Schriftstücken ist dein Schreibstil immer noch der selbe, sodass ich garnicht zum Lesen aufhören möchte :D.

Dass die Theme-Songs gleich zu Beginn sind finde ich besser als bei den anderen FFs.
Man hört sie sich ihn an und hört sie anschließend immer noch im Kopf während man die Kapitel liest, da sie so perfekt zum Geschriebenen passen.

Überhaupt finde ich die Wahl und Vielfältigkeit der Lieder klasse (und natürlich, dass du die dafür extra Mphe gibst ^^).
Ich könnte wahrscheinlich sowas nichtmal machen, da ich (nicht so musikgewandt bin) nicht mal viele Interpreteten bzw. deren Songs überhaupt kenne.
Respekt davor ^^.

Quoted from "Maga"

verzeiht mir meine männliche Ungeschicktheit im Beschreiben großer Gefühle .


Ich bin jetzt nicht der große Romantikromanleser, aber ich finde, dass die Gefühle bis jetzt ziemlich gut zur Geltung gebracht wurden.
Nur, vor allem bei den Gefühlen kommt es mir irgendwie vor, als wenn da oft nochmal das von vor 5 Zeilen steht.
Ich habe das jetzt nicht nochmal nachgesehen, aber gibt es da ein paar Satz/Gliederwiederholungen?
Ich will da auch nicht weiter drauf rum kauen, aber wenn es so ist darauf achten, dass das nicht passiert.
(Ich schaue es mir dann morgen nochmal an, jetzt ist es schon spät ;).

Sonstige Kritik:
Rechtschreibfehler

(Weil sie mir egal sind nicht weiter zu beachten :P)

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